Was will ich preisgeben, was wollen die hören?

Natürlich werden die pfiffigen Personaler und Recruiter sehr freundlich sein und versuchen, einen auf ‚guter Kumpel‘ zu machen – den meisten gelingt das auch sehr gut. Es geht ihnen darum, eine positive Gesprächsatmosphäre und eine positive Beziehung zu Ihnen aufbauen, damit sie hinter die Kulissen blicken dürfen, um sicher zu gehen, dass Sie der richtige Kandidat sind.

 

Überlegen Sie sich dabei immer gut, wie viel Privates Sie erzählen wollen und vergessen Sie nicht, in welchem Kontext Sie miteinander zu tun haben. Es geht um einen professionellen Prozess – immer dran denken! Die Scheidung Ihrer Eltern war vielleicht schmerzhaft für Sie, aber das tut nichts zur Sache, wenn Sie erläutern, warum Sie in der Jugend mehrfach umgezogen sind. Ja, vielleicht fällt Ihnen langes Sitzen momentan schwer, aber erfinden Sie lieber eine Sportverletzung, statt ausführlich von der Hämorriden-OP neulich zu erzählen. Professionell bleiben und Informationen immer mit Köpfchen filtern!

 

Behalten Sie immer die Stellenbeschreibung im Hinterkopf, und denken Sie klug mit. Wenn Eigenschaften wie Belastbarkeit gefragt sind, sollten Sie Beispiele nennen können, die aufzeigen, dass Sie belastbar sind – das muss nicht das Beispiel sein, das von der Krebserkrankung Ihres Vaters berichtet, wenn Sie das nicht offen legen wollen. Finden Sie Beispiele, die Sie auch jemand Wildfremdem im Bus erzählen würden. Keine intimen, privaten Details und Erlebnisse, bitte!

 

Reflektieren Sie am besten im Vorfeld, was Sie preisgeben wollen und was privat bleiben soll. Stellen Sie sich vor, Sie bekommen den Job nicht und haben irgendwelchen Recruitern, die Sie nie wiedersehen werden, solch private Dinge erzählt ... möglicherweise werden Sie das bereuen. Es gibt keine Garantie, dass Sie einen Job bekommen, nur weil Sie sich so freizügig geöffnet und über private Dinge gesprochen haben.