Auch mal Nein sagen

Sie kennen bestimmt Menschen, die immer nett sind, immer engagiert und hilfsbereit. Solche Menschen, die für die anderen ihr letztes Hemd geben und sich zuerst um ihre Mitmenschen kümmern und dann irgendwann mal um sich selbst. Solche guten Seelen, die für ihre Kollegen da sind, ihnen keinen Wunsch ausschlagen und selbstverständlich noch länger im Büro bleiben, wenn die Kollegen ihre Hilfe brauchen. Oder erkennen Sie sich sogar selbst wieder?

Dann sollten Sie aufpassen, dass man sie nicht ausnutzt und die anderen auf Ihre Kosten leben. Vielleicht denkt sich der eine oder andere Kollege, dass er Sie für die unangenehmen Tätigkeiten einspannen kann. Oder er schon auf Ihre Unterstützung zählen kann, wenn er mal wieder auf den letzten Drücker erst an seine Aufgabe denkt.

Bedenken Sie immer, dass Ihre Hilfsbereitschaft kein Freifahrtschein ist für Ihre Arbeitskollegen, sich auf die faule Haut zu legen und Ihre Hilfe als selbstverständlich zu nehmen. Natürlich ist es lobenswert und angemessen, dass man innerhalb eines Teams zusammenhält und sich unterstützt, wenn es brennt. Entscheidend ist dabei allerdings, ob es sich um eine temporäre Unterstützung oder ein dauerhaftes Ausnutzen handelt. Lernen Sie Ihre eigenen Grenzen kennen und fordern Sie auch ein, dass diese respektiert werden. Denn auch Ihre Hilfsbereitschaft, Ihre Ressourcen und Ihre Kraft sind nur begrenzt. Niemandem ist geholfen, wenn Sie sich verausgaben und am Ende keine Energie mehr haben, um Ihre eigenen Aufgaben zu erledigen. Daher sollten Sie rechtzeitig Nein sagen – freundlich, aber bestimmt. Vielleicht machen Sie sich damit unbeliebt, denn plötzlich sind Sie nicht mehr der nette Kollege, der schon einspringt, wenn man in der Klemme ist. Haben Sie davor keine Angst, denn es geht zum einen darum, dass Sie Ihre Grenzen nicht überschreiten, und zum anderen werden Sie überrascht sein, dass ein Nein meistens ohne größeren Widerstand angenommen wird.