Christoph ist der Elefant im Porzellanladen

Obwohl er erst Anfang dreißig ist, passt auf Christoph das stereotypische Bild des alteingesessenen Mitarbeiters, der nach dem Motto „Das haben wir schon immer so gemacht!“ arbeitet. Kritikfähigkeit ist für ihn ein Fremdwort, und jegliches Feedback perlt an ihm ab. Er agiert scheinbar ohne jede Reflexion seines Handelns und macht immer sein eigenes Ding. Er hält sich nicht an Absprachen, sondern handelt stets so, dass er bei seinem Chef nicht aneckt und in seiner Abteilung ein harmonievolles Leben hat. Seine sture Art wurde vor ein paar Jahren von seinen Führungskräften als Handlungsstärke und Durchsetzungsvermögen interpretiert, sodass sie ihn schon mit Ende zwanzig zum Chef gemacht haben. Zu seinem Nachteil spricht sich mit der Zeit herum, dass Christoph immer sein eigenes Ding macht und sich öfters mal im Ton vergreift. Wenn er darauf direkt angesprochen wird, ist der sonst so bulldozermäßige Elefant im Porzellanladen ganz ruhig und kleinlaut. Er gelobt demütigst Besserung, und dennoch bleibt beim Gegenüber das blöde Gefühl, dass man ihm nicht trauen kann und er früher oder später bestimmt zum Wiederholungstäter wird. Christoph hat eine große Begabung, derartigen Konfrontationen auszuweichen, und er windet sich in der Regel sehr geschickt aus der Situation heraus. Dennoch hat auch er in manchen Momenten das ungute Gefühl im Innern, dass das Kartenhaus eines Tages zusammenfallen könnte. Wie kann er nur heil aus der Situation herauskommen?