Julius und der machtgeile Vorgesetzte

Die Entscheidung, nach dem Studium noch den Doktortitel draufzusetzen hat sich Julius gut überlegt. Mit seinem Professor hat er während seines Studiums einen guten Draht gehabt und war daher optimistisch, dass das mit der Promotion eine gute Zeit werden würde. Da er seine Dissertation in Verbindung mit einem Unternehmen schreibt hat Julius auch dort einen Betreuer zur Seite gestellt bekommen. Und mit ihm kommt Julius überhaupt nicht zurecht. Sein Promotions-Betreuer zeigt keinerlei Verständnis, wenn Julius Fehler macht. Denn Fehler sind schlecht. Dass Julius noch lernt und seine Promotion eine Phase des Ausprobierens ist, sieht der Betreuer nicht. Er korrigiert ihn permanent, sucht andauernd das Haar in der Suppe und scheint keinerlei Gespür dafür zu haben, dass in der Forschung nicht immer alles wie geplant läuft. Darüber hinaus leidet Julius nicht nur unter seinen Kritik-Tiraden, sondern auch unter dem Stress, ob er seine Doktorarbeit überhaupt zu Ende schreiben kann. Wiederholt lässt ihn sein Promotions-Betreuer zappeln, da „er ja gar nicht weiß, ob das Thema für eine Dissertation überhaupt geeignet ist und angenommen wird“. Diese permanente Unsicherheit gepaart mit Schikane ist zu viel für ihn. Er will den Doktortitel unbedingt, denn er ist schon so weit. Ob er jemals fertig wird, weiß er nicht, da Julius ständig irgendwelche Sonderthemen für seinen Betreuer bearbeiten soll, die dieser für seine tägliche Arbeit braucht. Julius‘ Hoffnung ist, seinen Betreuer durch seine Unterstützung milde stimmen zu können - nur leider raubt ihm das auch wieder Zeit, die er eigentlich fürs Schreiben seiner Dissertation bräuchte.