Katharina wird der Druck zu viel

 Die Projektplanung war perfekt. Alle Meilensteine sind geplant gewesen, Puffer waren vorgesehen. Mehrere Alternativen waren berücksichtigt worden. Aber nun will die Projektleitung etwas, das sie überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Und die Ergebnisse müssen morgen Mittag fertig sein. Wie soll sie das nur schaffen? Sie ist verzweifelt und aufgelöst, weil sie doch alles so perfekt geplant, aber diese Entwicklung nicht gesehen hatte. Innerhalb dieser kurzen Deadline ist das niemals zu schaffen. Sie fühlt sich als Versagerin und unfähig, irgendwas auf die Reihe zu bringen. Wie ein Häuflein Elend sitzt Katharina vor dem Bürogebäude auf der Treppe und weint bei einer Zigarette. Verdammt! Mit dem Rauchen wollte sie doch eigentlich auch nicht wieder anfangen. Wie soll sie diese Deadline nur schaffen? Die anderen Kollegen sind alle schon zu Hause und sie ist die Letzte im Büro. Selbst mit einer Nachschicht ist das nicht zu schaffen. Oh Gott, was werden die Kollegen nur von ihr denken, wenn nur wegen ihrem Teil-Projekt der Kunde an die Decke geht? Alle werden sie hassen. Und eine Beförderung kann sie sich auch abschminken. Oh Mann! Das Leben ist so ungerecht. Dabei hatte sie sich so hart durchgekämpft, alles doppelt und dreifach gecheckt. Als junge Frau hat man es in ihrer Branche ohnehin nicht einfach und muss neben blöden Sprüchen auch mindestens doppelt so viel leisten wie die anderen. Das hat sie alles geschafft, viele Überstunden gemacht und dafür in Kauf genommen, dass die Beziehung deswegen in die Brüche gegangen ist. Verzweifelt, aufgelöst und mit der Welt am Ende fühlt Katharina sich mutterseelenallein und sieht die dunklen Gewitter-Wolken in Form der Kunden-Deadline im Eiltempo auf sich zurollen. Was soll sie nur machen?