Katrin und die Verbindlichkeit

Kaum mit dem Master fertig macht Katrin sich nach Ende einer 3-monatigen Auszeit im Ausland auf Job-Suche. Ein Bekannter bietet ihr an, zu helfen, denn er kennt jemanden in seinem Netzwerk, der gerade Mitarbeiter mit ihrem Profil sucht. Der Bekannte setzt alle Hebel in Bewegung und stellt den Kontakt her, der auch prompt zu einem Bewerbungsgespräch bereit ist. Nur leider sagt Katrin in kurzen knappen Worten ab. Sehr zum Ärgernis des Bekannten, der nun für ihre Sprunghaftigkeit stellvertretend den Kopf hinhalten muss. Für sie wird er sich bestimmt nicht nochmal einsetzen, wenn sie sich dann so benimmt! 

Eine Kommilitonin von Katrin hat eine eigene Firma, die sich mit einem spannenden Thema beschäftigt. Katrin könnte sich vorstellen, hier zu arbeiten und nimmt den schon etwas eingeschlafenen Kontakt zu der Kommilitonin wieder auf. Katrin geht in die Offensive und schlägt ihr vor, dass man ja mal zusammenarbeiten und ein kleines, gemeinsames Projekt starten könnte. Zum gegenseitigen Kennenlernen quasi, wie das so harmonieren würde bei einer Zusammenarbeit. Zunächst zögert diese und ist sich nicht sicher, wie das überhaupt laufen soll. Dank Katrins Überredungskünsten macht sich die Kommilitonin letztendlich doch Gedanken, was aus ihrer Sicht ein gutes gemeinsames Projekt wäre. Aber dann folgen drei Wochen Funkstille - Mails und WhatsApp werden von Katrin nicht beantwortet. Verärgert und irritiert bleibt die Kommilitonin allein mit ihren Gedanken für das gemeinsame Projekt. Als die beiden sich ein Vierteljahr später zufällig wiedersehen, spricht Katrin das Thema gar nicht an. Auf die erzürnte Rückmeldung der ehemaligen Kommilitonin, dass sie Katrins Verhalten doof fand, antwortet sie ganz lapidar: „Ach so. Ich wusste nicht, dass das für dich so ernst war …“.