Mit Celine kann man alles machen

Als Leiterin eines Standorts ist sie nicht unterfordert und hat weiß Gott viel um die Ohren. Celine muss die Challenge bewältigen zwischen der Mitarbeiter-Führung, der Transformation und Einführung von Prozessen, die ihr Vorgänger nie umgesetzt hat. Der hatte während seiner letzten Berufsjahre einen Schutzmantel über seinen Standort gelegt und dem Headquarter brav die Umsetzung von neuen Prozessen gemeldet, ohne auch nur einen Finger zu rühren. Das darf Celine nun ausbaden und macht sich damit natürlich bei ihren Mitarbeitern alles andere als beliebt. Ihre Kollegen auf Führungsebene sind mit Celines Belegschaft seit langen Jahren verkumpelt und intrigieren hinter ihrem Rücken, wo es nur geht. Auch bei ihrem Chef. Der schätzt Celine eigentlich und weiß, was er an ihr hat - deshalb beauftragt er sie zusätzlich noch mit einem Sonderprojekt. Natürlich kann sie bei dem Thema viel lernen, aber „eigentlich“ ist es jetzt schon zu viel für sie, und das Sonderprojekt ist „eigentlich“ ein Vollzeit-Job. Nebenbei soll sie nun noch drei weitere Standorte abwickeln und deren Schließung vorbereiten. „Ist ja nur vorübergehend - in ein bis zwei Jahren ist das vorbei“, versucht ihr Chef sie zu beschwichtigen. Und während Celines Kollegen immer weniger Aufgaben haben und ein gemütliches Leben führen, muss sie an fünf Tagen an fünf Standorten arbeiten. Sie sitzt die meiste Zeit im Auto und kommt überall zu kurz. Die Mitarbeiter beschweren sich, dass die Chefin ja nie da ist und „was die eigentlich den ganzen Tag macht“. Celine ist komplett am Limit und schläft schlecht. Sie wird immer dünnhäutiger und gereizter. Sie hält die Situation nur aus, indem sie die Wochen zählt bis zum nächsten Urlaub. Der muss in der Regel immer sehr weit weg sein - am besten am anderen Ende der Welt. Leider hält die Erholung nie lange an …