Rückendeckung vom eigenen Chef

Dieser Aspekt von Führungsarbeit wird besonders von jungen Führungskräften oft übersehen. Gerade in der ersten Phase, aber nicht nur da, ist es besonders wichtig, dass man seinen eigenen Chef hinter sich hat und sich auf seine Rückendeckung und Unterstützung verlassen kann. Dabei sollte man sich das System und die darin wirkende Dynamik einmal bewusst machen: Ihr Chef muss sich für seine Einstellungsentscheidung ja auch rechtfertigen – wenn Sie nicht performen, bekommt Ihr Chef doppelt Stress: Inhaltlich, weil die Arbeit nicht ordentlich erledigt wird und die Stimmung in Ihrer Abteilung schlecht ist, und ganz persönlich, weil er sich die Frage gefallen lassen muss, ob er ggfs. eine Fehlentscheidung getroffen hat, Sie auf diese Position zu setzen.

 

Daher ist es wichtig auf einige Dinge zu achten: Bleiben Sie kontinuierlich im Dialog mit Ihrem Chef, damit Sie mögliche Stimmungswechsel oder Zwischentöne frühzeitig wahrnehmen, bevor die Stimmung kippen sollte. Lernen Sie Ihren Chef gut kennen und lernen Sie, ihn zu lesen. Sie sollten ein Verständnis dafür entwickeln, was ihm wichtig ist und worauf er besonderen Wert legt.

 

Auch ist es ratsam, zu verstehen, was Ihre Führungskraft gut kann und was ihre Schwächen sind. Unterstützen Sie ihn bei seinen Schwächen und helfen ihm damit. Im Idealfall ergänzen Sie sich und können sich gegenseitig helfen, aber Vorsicht, falls er Sie deshalb als Konkurrent wahrnimmt.

Für Sie ist es wichtig, zu verstehen, welches Standing Ihr Chef im Unternehmen hat, d. h. welchen Ruf er hat, wer seine Verbündeten sind, wer seine Gegenspieler sind und wie sein Verhältnis zu seiner Führungskraft ist.

 

Wenn Sie über all diese Punkte ein klares Bild haben und es geht dann doch mal etwas schief, sollten Sie keine Zeit verlieren und Ihren Chef schnellstmöglich persönlich darüber informieren. Denn es gibt nichts Ärgerlicheres, als dass man als Chef über einen Fehltritt seiner Mitarbeiter von Dritten erfährt. Es ist ein gutes Zeichen, wenn die Mitarbeiter das Vertrauen haben, dass sie ihre Fehler melden können. Dann kann man sich als Chef entsprechend vorbereiten und seine Mitarbeiter schützen. Dafür braucht es allerdings die Information – und zwar asap!