Sabrina steht alleine da

Sabrina ist motiviert in ihren ersten Job nach dem Studium gestartet. Sie hatte zwar nicht wirklich eine große Auswahl, aber immerhin ist sie untergekommen - auch wenn es nicht ihr Traumjob ist. Die beiden Kollegen, mit denen Sie in der Abteilung arbeitet sind beide schon lange hier und machen den Job routiniert und souverän. Als sie gehört haben, dass eine junge Kollegin das Team verstärken wird, haben sie das mit einem Schulterzucken zur Kenntnis genommen, aber wirklich interessiert hat es sie nicht. Und so muss sich Sabrina auch nach Wochen selbst darum kümmern, wie hier was läuft. Ihre Kollegen unterstützen sie nicht, sondern machen nur ihre eigene Arbeit. Eine Einarbeitung gibt es nicht, denn auch ihr Chef ist ständig außer Haus unterwegs. So bekommt er gar nicht mit, dass ihre Kollegen ihr nur spärlich Informationen geben und auf ihre Hilfegesuche nur so wenig wie möglich reagieren. Nach drei Monaten steigt bei ihr der Stress, da Kollegen anderer Abteilungen und auch Geschäftspartner anfangen, Druck zu machen, weshalb „die Neue“ mit allem so lange braucht. So langsam sollte sie doch kapieren, wie der Laden läuft. Sabrina ist hilflos und verloren, denn sie wird vollkommen allein gelassen. Leider ist sie nicht die Sorte Mensch, die auf den Tisch hauen kann, sondern gehört zu den ruhigeren. Auch auf die Idee, ihren Chef in die Pflicht zu nehmen, kommt sie nicht. Denn schließlich will sie ja niemanden anschwärzen und hat Sorge, dass das bloß auf sie selbst zurückfällt, wenn sie aufzeigt, dass sie im Stich gelassen wird. Regelmäßig weint sie sich bei ihrer Mutter aus, weil sie so verzweifelt ist und nicht weiß, wie sie das alles schaffen soll. Mehr und mehr kommt Sarkasmus auf, und sie zählt bloß noch, wie oft am Tag sie wieder von einem Geschäftspartner angeschnauzt wird, weil sie mal wieder doof dasteht und nicht weiterweiß. Ihre Motivationskurve zeigt nach unten, denn es gibt kaum Momente, in denen ihr mal etwas gelingt. Ohne Informationen steht sie auf verlorenem Posten und bekommt obendrein von ihren beiden Kollegen auch noch die Aufgaben von ihnen aufgebrummt, auf die sie selbst keine Lust haben. Sabrina wünscht sich so sehr, dass sie doch auch mal „Nein“ sagen könnte …