Wanda wird von ihren älteren Kollegen ausgegrenzt

Seit zehn Jahren ist sie die erste Frau auf der Position. Ihre männlichen Kollegen sind bereits mehr als zwanzig Jahre im Job. Alles Männer - der Jüngste ist 45. Und Wanda ist gerade mal 28. Sie möchte gerne manches anders machen und probiert neue Dinge aus. Dabei fehlt es ihr noch an der Routine, um den Job überhaupt gut machen zu können. Dafür braucht sie die männlichen Kollegen mit ihrer Erfahrung. Nur die Kollegen brauchen Wanda nicht. Sie lassen Wanda regelmäßig spüren, dass niemand auf sie gewartet hat. Tja, und wenn da „so ein junges Ding“ kommt und meint, es anders machen zu müssen - dann soll sie doch. Aber allein. Und so werden Unterlagen nicht vorbereitet wie zugesagt und Termine für die Vorbereitung entfallen unter fadenscheinigen Ausreden, sodass Wanda am Tag vor einer Schulung komplett blank dasteht. Sie weiß nicht weiter und bricht weinend im Büro zusammen - ein gefundenes Fressen für die Kollegen, die diese Geschichte in der ganzen Republik weitererzählen, in der altherrischen Überheblichkeit: „Ich habe das ja immer gewusst, dass das Mädchen, das nicht kann …“. Wandas Chef steht hinter ihr und gibt ihr die Möglichkeit, überregional sichtbar zu werden, indem sie eine neue Fach-Unterlage erstellen darf. Nach Fertigstellung wird ihre Ausarbeitung allerdings von den alten Kollegen zerpflückt und sie mit ihrer Fach-Kompetenz in großen Mail-Verteilern an den Pranger gestellt. In Ton und Sprache, die unter der Gürtellinie sind („so doof sind nicht mal unsere Praktikanten“), wird Wanda massiv kritisiert und regelrecht runtergeputzt. Lange hält sie das in dem Umfeld nicht mehr aus, aber eigentlich will sie doch nicht kündigen, denn der Job ist doch genau das, was sie immer machen wollte.